Tango perfekt: „ So etwas Tolles und das in Bad Oldesloe“

 

 

Bad Oldesloe

Friederike Sablowski

 Bekanntlich  Tango ist nicht nur Musik, Tanz oder kulturelle Tradition. Er ist viel mehr eine große Emotion, eine Sennsucht, die nicht zielgerichtet ist und sich eigentlich nicht fassen lässt. Beim dritten Konzert der Allegro-Reihe, die in dieser Spielzeit ganz dem Tango Nuevo gewidmet ist, schien sie am Freitagabend greifbar zu werden, als vor ausverkauftem Haus das «Sureste Tango Trio« ganz dicht am ursprünglichen Puls dieser Musik: den Tango erzählen ließ: von den Menschen und ihren Sehnsüchten, von ihren Leidenschaft und Rosenkriegen.

Der Name "Sureste" (südöstlich) weist auf die Herkunftsländer der Musiker- Polen und Spanien - hin, aber auch auf die Herkunft des Tangos, dem musikalischen Gemisch das sich vor rund 150 Jahren in der Subkultur der Einwanderer in Buenos Aires zu dem eigenartigen und unverwechselbaren Sound zusammenfügte. Basierend auf dieser traditionellen Form kreiert Sureste einen neuen und europäischeren Tango. Dieser Tango Nuevo wird durch ihre ungewöhnliche Instrumentierung bestimmt. Das Trio verzichtet auf ein Bandoneon. Dafür tritt der polnische Klarinettist Witek Kornacki mit großem Ausdruck und wunderbar singend in einen spannenden, atmosphärisch dichten Dialog mit den lyrischen Gitarrenklängen des spanischen Virtuosen Angel Garcia Arnes.  Großen Applaus erntete neben den vielen bekannten Stücken von Astor Piazzolla auch ein ungewöhnlicher Walzer. Liebliche Gitarrenklänge gingen da sanft über in ein bewegtes Spiel der Klarinette. Ein ruhiger Part auf dem Kontrabass leitete schließlich das baldige Ende des Stückes ein.

Es war erstaunlich, wie freimütig das Trio Sureste mit der Musik umzugehen verstand. Trotz des hohen technischen Anspruchs traten die Drei mit so viel Lockerheit auf, dass man bisweilen das Gefühl bekam, die Melodien würden beim Spiel gerade erst entstehen.

Der Spanier Angel Garcia Arnes zeigte sich mit "Temblor" auch als Komponist und präsentierte dem Publikum sein akustisches Instrument in allen Facetten.

Die Zuhörer waren fasziniert von dieser Musik, die so voll war von poetischen Farben und jazzigem Drive, von stillen Momenten, erotischer Spannung und kraftvollen humorvollen Tönen. Ein abschließendes Zitat aus der Zuhörerraum: «So etwas Tolles und das in Bad Oldesloe