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von
Andrea Krenz
Zwar waren die Fremden Melodien
mit Klarinette zunächst gewöhnungsbedürftig,
doch geriet der Abend mehr und mehr zum berauschenden Fest. Jazzig - rauchig die
Klarinette von Witek Kornacki, dessen Instrument das Tangotypische Bandoneon
ersetzt und der Musik von Altmeister Astor Piazzolla eigene eigenwillige
hochmoderne Note gibt.
Im Zusammenspiel mit dem
Flamenco - Gitarristen Angel Garcia Arnés, der mit enormer Fingerfertigkeit das
Temperament Spaniens herauslockt, ergibt das eine spannende Tonmischung.
Hektisch und aufbrausend, dann wieder ruhig und fließend führt das
Trio den begeisterten Zuhörern das bunte Leben vor. Der Tango gehört zwar zu
Argentinien wie der Flamenco nach Spanien
tatsächlich aber wurde er von 150 Jahren vornehmlich von osteuropäischen
Einwanderern nach Südamerika gebracht. Zu finden sind allerdings auch
italienische Klänge. Diese Musik bereichere den argentinischen Tanz um die
Nuancen der Schwermut und Pessimismus. Tango, das war die Musik der
argentinischen Kaffeehäuser und Bordellen, war die mit Körpersprache ausgedrückte
entfesselte Lust und offen zur Schau getragene Sexualität. Piazzolla
(1921 - 1992) schuf diese Musik später durch völlig neue rhythmische Elemente,
den Nuevo Tango, ganz neue Improvisation Möglichkeiten.
„Sureste“
das Wort für südöstlich steht eben nicht nur für die Heimat der Musiker -
Polen und Spanien -, sondern für die Heimat des Tangos überhaupt.