Sureste Tango Presse

Fricktaler Bote

Trio «Sureste Tango» in  Laufenburg: Pure Lebensfreude, gepaart mit Melancholie

Das Temperament des Tangos

Ein introvertierter Bass, eine lebhafte Klarinette und eine souveräne Gitarre waren alles, was die drei Musiker brauchten, um den Facettenreichtum der "musikalischen Gattung" Tango darzubieten.

 

Gitarrist Angel Garcia Arnés, der seiner Rolle als begleitendes Instrument treu blieb, ebenfalls die Gunst der kleinen Momente nutzte, um aus dem beglei­tenden Charakter auszubrechen. Es war schön zu hören, dass die routi­nierten Musiker miteinander spielten, nicht gegeneinander antraten, das Temperament des Tangos wirken liessen, ohne sich selbst anstecken zu lassen. Die Klarinette, gespielt von Witek Kornacki, als stärkstes Solo-Instrument des Trios liess Platz für die Individualität der begleitenden In­strumente, einmal sogar soweit, dass es Tango nur mit Gitarre und Bass gab. Experimente,‘ die so professionell und ausgeglichen gespielt wur­den, dass es für die Zuschauer und dadurch auch für die Musiker eine Freude war. So war hier und da ein leises «Oh yeah» zu hören, dem jeder im Saal gerne im Geiste zustimmte.. Wenn Tango im Dreivierteltakt gespielt wird, ist es eigentlich kein Tango mehr, erklärte Witek Kornacki, Es sei ein Walzer. Tango, der sein alter Ego sprengt, so also wären einige Stücke des Trios wohl am besten zu erklären gewesen. Das musikalische Temperament schien das Trio immer wieder in eine Form von Melancholie zu stürzen, um zu zeigen, wie schön es ist, aus dem Tiefpunkt wieder in die frühlingshafte Realität zurückzukehren.

Ein Gefühl, das die Besucher des Konzerts wohl noch einige Tage und spätestens wieder beim nächsten Tango überkommen wird