Erprobte Urmusiker überzeugten

 

Auenstein  Konzert des „Sureste Tango Trio“  in der Kirche

 

In der Kirche Auenstein konzertierte das vor allem dank seinem Klarinettisten Witek Kornacki bekannte "Sureste Tango Trio". Die drei Musiker - neben Kornacki der spanische Gitarrist Angel Garcia Arnés  - vermitteln einem wunderschönen Einblick in die Welt der "Dreihundert Tangos", die der Kultmusiker Astor Piazzolla (1921-1992) neben großen symphonischen Werken hinterlassen hat.

Tango in der Kirche? Sehr wohl. Seit Piazzolla ist der Tango nicht mehr vor allem ein Tanz mit laszivem Einschlag, sondern eine raffinierte Hörmusik für gute Interpreten und anspruchsvolle Hörer. Und die drei Mitglieder des „Sureste Tango Trio“ (aus „Südost“ als Anspielung auf deren Herkunft) sind nicht nur gute sondern exzellente Musiker. Sie fesseln von den ersten Noten an mit virtuosen, lockeren Spiel, das trotz aller Perfektion fast improvisieren wirkte.

 

Witzige Einführungen

 

Witek Kornacki führte mit witzigen Hinweisen in die einzelnen Nummern ein, die zusammen nicht nur einen hören Musikgenuss, sondern auch einen Einblick in die vielen Möglichkeiten der rhythmischen Variationen des Tangos boten. Da finden nicht nur Anklänge an Flamenco, oder an Blues, sondern gar ein Walzer ihr Unterkommen. Und wo drei erprobte Urmusiker zusammenspielen, fügt man gerne mal ein raffiniertes Solo oder kühne Duos ein; erinnert sei an die ihre Basspassage im Flamencoähnlichen Stück von Garcia oder an das Duo Gitarre-Bass am Anfang der stimmungsvollen Komposition von Piazzolla zum Andenken an seinen Vater.

 

Delikate Soli

 

Angel-Garcia Arnés, der seine Gitarre zwecks klanglicher Balance diskret verstärkte, ist ein Musiker von höherem Rang, er könnte wohl Stunden oder nächtelang auswendig aus seinen vielen Möglichkeiten als Begleiter schöpfen, glänzt aber auch mit äußerst virtuosen und zugleich delikaten Soli. Das Gleiche gilt für den Bassisten  er bot in „jüdischen Tango“ des Aargauer Komponisten Felix Huber wie während des ganzen Konzert Beispiele von allerfeinster Musik.

Mit diesem Stück erinnerte Witek Kornacki an einen anderen Aspekt seiner vielfältigen Konzerttätigkeit: er spielte er kürzlich in Aarau sein Programm mit „Ost-West Inspiration“. Und dieser Kornacki, er bleibt als ein Meister seines Faches in Erinnerung, bei dem nicht nur die Läufe perlen und die Pianissimi sanft entschweben, sondern der, der Klarinette und dem Saxophon jene Fähigkeiten entlockt, die die beiden Instrumente wie kein anderes können: Lachen und Weinen . (gz)