Den Geheimnissen des Tangos auf der Spur

  Traditionell, modern, europäisch, argentinisch: das Sureste Tango Trio spielte Tango im Sternkeller  in Rüti

 

An einem gelungen  Konzertabend im Sternkeller Rüti stellte das Sureste Tango Trio seine Virtuosität beim Spiel von technisch anspruchsvoller Tangomusik unter Beweis. Nicht nur war jede Einlage lebendig pulsierend interpretiert, die drei Instrumentalisten musizierten auch mit erstaunlicher Leichtigkeit.

  Als das Sureste Tango Trio am Samstagabend im Sternkeller auf die Bühne trat, war der Saal gut besetzt. Witek Kornacki  Klarinette und Gitarrist und Komponist Angel Garcia Arnés sorgte denn auch dafür, dass das Publikum auf seine Rechnung kam, in denen sie ein breiteres Spektrum des Tangos vor ihm auffächerten.

  Basierend auf der traditionellen Form des Tangos, wie er in den Hinterzimmern der Bordellen und Kaffeehäuser Argentiniens gespielt wurde, und auf der Weiterentwicklung des Tango Nuevo, spielte das Trio einen neuen Tango, der moderner und reduzierter als der Vorläufer aus Südamerika  daherkam. In ihrem umfangreichen Repertoire würde den lyrischen Kompositionen von Astor Piazzolla viel Platz eingeräumt.

  Lockeres Wechselspiel

  Bereits das zweite Stück im Konzertprogramm stammte von diesen Altmeister des Tangos. Es hieß "Meditango" Passagen von ruhigeren träumerisch verklärten Melodien wechselten mit kräftig und wild aufbrausenden Einlagen ab. Großen Applaus erntete der darauf gespielter Walzer, in dem die einzelnen Instrumente gleichermaßen zur Geltung kamen. Liebliche Gitarrenklänge gingen da sanft über in ein bewegtes ländlerartiges Spiel der Klarinette. Ein ruhiger Part auf dem Kontrabass leitete schließlich das baldige Ende des Stückes ein. Es war erstaunlich, wie freimütig das Trios Sureste mit der Musik umzugehen verstand. Trotz der technisch sehr anspruchsvollen Musikstücke traten die drei Instrumentalisten mit so viel Lockerheit auf, dass man bisweilen das Gefühl bekam, die Melodien würden beim Spiel gerade erst entstehen. Jede Einlage war farbig und lebendig, pulsierend interpretiert. Im Rahmen des Konzertprogramms zeigten die zwei Musiker aus Polen und der spanische Gitarrist auch, dass der Tango - das musikalische Strandgut der iberischen, kreolischen und osteuropäischen Emigranten seine Wurzeln in Europa hat.

  Feurige Eigenkomposition

  "Temblor" hieß ein Stück, das der Flamencogitarrist mit klassischer Ausbildung und Arrangeur des Trios, Angel Garcia Arnés, selbst komponiert hat. Witek Kornacki legte für diese Anlage die Klarinette beiseite und bewies, dass er das Spiel auf dem Sopransaxophon ebenso gut verstand. Das Stück war geprägt durch eine zügellose Lebendigkeit mit starken spanischen Einfluss. Es zeigte abermals, wie präzise und virtuos das Trio anspruchsvolle, schnelle Musik meistert.

Ein weiterer Höhepunkt des abends stellte das Stück "Night Klub" von Astor Piazzolla dar. Schnelle, wilde Läufe auf der Klarinette standen im Wechsel zur ruhigeren aber dennoch voluminösen Passagen.

Das Publikum bedankte sich am Ende der Vorstellung mit kräftigem Applaus, sodass das Trio Sureste nochmals mit zwei Zugaben aufspielte.

  Christian Iten