Basler
Zeitung
Anders besetztes Tango-Ensemble.
Liestal.
Zu
einem feurigen Tangoabend lud das Trio "Sureste Tango"
im Palazzo in Liestal ein. Der Tango soll von Menschen und deren
Sehnsüchten, Liebesglühen und Rosenkriegen erzählen.
Solche Geschichten entlockten die drei Musiker ihren Instrumenten,
die sie virtuos beherrschen. Doch sie spielten nicht in der
üblichen Tangoformation, sondern liessen das sonst beim
Tango dominierende Bandoneon weg und ersetzten es durch eine
Klarinette.
Auch eingefleischte Tangokenner
mussten zugestehen, dass diese Umbesetzung den Tangoklängen
keinen Abbruch taten - im Gegenteil, sie gewannen zusätzliche
Facetten und Farben. So wurde der Zuhörer ins Buenos Aires
der zwanziger Jahre entführt, wo der Tango seinen Ursprung
hat.
In der argentinischen Hauptstadt,
einem Schmelztiegel verschiedenster Emigranten entstand der
Tango, und all diese Einflüsse haben dazu beigetragen,
dass er seinen musikalischen Reichtum erlangte. Anfänglich
wurde der Tango nicht etwa bei angesehenen Tanzveranstaltungen
gespielt, sondern in Bordellen, Night Clubs und Cafés.
Dies
sind auch die Namen des Dreierzyklus, mit dem das Trio sein
Konzert begann. , Angel Garcia Arnés
(Gitarre) und' Witek Kornacki (Klarinette) begeisterten das
Publikum von Beginn weg.
Vor allem den Werken des
Altmeisters Astor Piazzolla wurde viel Platz eingeräumt. Seine
Kompositionen erforderten von den Musikern höchste Beherrschung
ihrer Instrumente. Jede Möglichkeit wurde ausgeschöpft, um den
Klang noch farbiger zu gestalten und die zum Ausdruck gebrachten
Gefühle noch präziser zu beschreiben. Da wurden auch
Klarinette, Gitarre und Bass zu Rhythmusinstrumenten und kurzzeitig
perkussiv gespielt.
Besonders Klarinettist
Witek Kornacki spielte förmlich mit sämtlichen Schattierungen
des Klanges. Einmal entlockte er seiner Klarinette dumpfe, rauchige
Töne, um sie im nächsten Augenblick mit fast schrillen Lauten
zu kontrastieren.
Aber
auch Angel Garcia Arnés, der Arrangeur,
Gitarrist und Komponist, wusste zu begeistern. In einer Eigenkomposition
wurden seine spanischen Wurzeln klar erkennbar. Sein Stück
hatte den iberischen Einfluss auf den Tango zum Thema. Hier
konnte er als Flamencogitarrist seine Klasse unter Beweis
stellen. Unterlegt wurde alles vom - sehr oft gezupften -Kontrabass.
Regula Nyffenegger |
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